NE-Aktuelles NESTOR-Fernost

NESTOR Fernost - Quartalsbericht 4/2019

Der NESTOR Fernost-Fonds hat sich in Q4 mit +5,4 % weniger positiv entwickelt als die deutlich wachsenden Märkte der Region, der Fonds verzeichnete jedoch im Verlauf des letzten Jahres eine starke Outperformance.

Marktentwicklung

Der Referenzindex MSCI AC Asia Pacific ohne Japan stieg im letzten Quartal des Jahres deutlich um +9,2 %, womit der Wertzuwachs seit Jahresbeginn +19,5 % beträgt.

Die Hälfte der Index-Performance entfiel auf den Dezember, da sich in dieser Zeit die Märkte für Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung – mit den Großfirmen in Hongkong und dem Technologiesektor an der Spitze – in Erwartung und späterer Bestätigung des „Phase 1“-Handelsabkommens erholten.

Fondsentwicklung

Während der Wertzuwachs des Fonds im vierten Quartal weniger stark als bei den asiatischen Märkten ausfiel, beträgt die Performance für das Gesamtjahr 2019 +21,2 % und liegt damit deutlich über dem Index. Im vergangenen Quartal wurde die absolute Performance des Fonds durch positive Performance-Umschwünge bei den Technologiemarken im Portfolio positiv beeinflusst, sowie auch erneut durch indonesische Medienunternehmen. Die größten Negativposten waren vor allem mittelgroße Unternehmen aus Thailand.

Die Berichtssaison hat noch nicht begonnen, ein Überprüfen der Konsens-Prognosen für die von uns abgedeckten Märkte ist jedoch trotzdem bereits lohnenswert. Die starke Performance im Jahr 2019 ist auf mehrere Expansionsschübe zurückzuführen. Während das Ertragswachstum im Verlauf des Jahres 2019 nahezu unverändert blieb, erwarten Analysten eine starke Erholung des Wachstums in Asien um etwa 15 %, eine ähnliche Tendenz wie die breite Marktentwicklung in den USA.

Ausblick und Strategie

Es ist wichtig, das „Phase 1“-Handelsabkommen mehr als Verhandlungspause zu betrachten anstatt als Beilegung des Konflikts zwischen den USA und China, der noch Jahrzehnte lang ein Streitthema sein wird. Rund 380 Milliarden Dollar an Gütern sind weiterhin mit Zöllen belegt, und laut Oxford Economics beträgt der durchschnittliche Zollsatz auf chinesische Importe immer noch 19 % – mehr als das Sechsfache der Rate von 3 % vor Beginn des Handelskrieges. Der Technologiesektor und Rechte an geistigem Eigentum werden sich wahrscheinlich als nächstes im Fadenkreuz befinden, da China die Dominanz der USA zunehmend durch das Übernehmen der Führungsrolle bei neuen Technologien wie etwa Künstlicher Intelligenz anfechten will.

Nichtsdestotrotz sollte dieses Phase-1-Abkommen in Kombination mit der Wahlkampfphase der US-Präsidentschaftswahlen (durch die auch Agrargüter in das Abkommen mit einbezogen wurden) den Märkten die Möglichkeit geben, sich nun auf Chinas Fundamentaldaten und Marktzyklen zu konzentrieren.

Die Hauptsorgen sind wohlbekannt: Das Niveau von Chinas Gesamtverschuldung gegenüber dem BIP ist auf mehr als 300 % gestiegen, und der Schuldenanstieg erfolgte in einem relativ kurzen Zeitraum, was historisch mit Misswirtschaft und der Anhäufung von massiven Forderungsausfällen im Finanzsystem verbunden ist. Sowohl Japan als auch Korea erlebten in den 1980er und 1960er Jahren einen ähnlichen investitionsgesteuerten Boom, der eine komplette Transformation ihrer Volkswirtschaften auslöste. Allerdings hat China heute eine wesentlich ältere Bevölkerung (die Arbeiterschaft schrumpft) und zum Transformationszeitpunkt ein wesentlich höheres Verschuldungsniveau als die anderen ostasiatischen Länder.

Die chinesische Regierungspartei ist sich dieser Entwicklungen sehr wohl bewusst und versucht zum einen, neue wirtschaftliche Anreize zu schaffen, und zum anderen, rigorosere Auflagen für die Kreditvergabe durchzusetzen. Dies beinhaltete auch, bestimmte Sektoren dazu zu zwingen, Verluste aufzufangen, das Kreditwachstum zu reduzieren und Ausfälle in Kauf zu nehmen – nur um dann einen gegensätzlichen Kurs einzuschlagen. Es scheint, dass die steigende Zahl der Unternehmensausfälle im Jahr 2019, die sich auf rund 19 Milliarden USD (einschließlich Anleiheausfällen in Höhe von 3 Milliarden USD) beläuft, die Regierung dazu veranlasst hat, ihre Haltung erneut zu lockern. Die Gesamtfinanzierungszahl (ein Maßstab für die Kreditschöpfung) lag im Dezember um 27 % über den Schätzungen und betrug 2,1 Billionen Yuan.

Die Kontrolle dieser extrem volatilen Inlandsliquidität ist nicht nur für Investitionen in China wichtig, sondern auch für alle asiatischen und globalen Investitionsstrategien.

Beim Thema Aktienauswahl ist die weltweite Einführung des 5G-Telekommunikationsstandards ein wichtiges Themengebiet, und Investitionen wie Sunny Optical waren diesbezüglich die ersten Positionen im Portfolio. Anleger in diesen Langzeittrend hatten es schwer, da die technologische Versorgungskette von den Diskussionen über den Handelskrieg unverhältnismäßig stark betroffen war. Doch darin liegt auch der Sinn von Langzeittrend-Investitionen – das Identifizieren von Wachstumssegmenten, die sich nicht ganz innerhalb des allgemeinen Wirtschaftskreislaufs und der generellen Konjunkturzyklen entwickeln. Die Aufrüstung auf 5G wird Neuanschaffungen von Smartphones und Modernisierungen von Rechenzentren fördern, mit entsprechenden Vorteilen für die Vorversorger. Insbesondere taiwanesische Unternehmen können von den aktuellen Technologietrends wie Künstliche Intelligenz (KI), Rechenzentren, 5G, High Performance Computing (HPC) und Internet of Things (IoT) profitieren.