NE-Pressespiegel NESTOR-Afrika

NESTOR Afrika - Quartalsbericht 2/2019

Rückblick

Der afrikanische Aktienmarkt verlief seitwärts im zweiten Quartal 2019 und endete leicht im Plus (in Euro). Allerdings waren in den Aktienmärkten der einzelnen Länder große Unterschiede zu verzeichnen. Hauptgrund dafür waren die entgegengesetzten Kräfte, die die Weltkapitalmärkte im letzten Quartal beeinflusst haben.

Der Streit zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Giganten Huawei eskalierte den Handelsstreit zwischen den beiden Ländern. Außerdem sorgten die Angriffe auf Öltanker und die Eskalation des Iran-Konflikts für steigende geopolitische Risiken und mehr Unsicherheit im Nah-Osten. Im Gegensatz ließen die Weltnotenbanken eine großzügige expansive Geldpolitik, um die gravierenden Auswirkungen dieser Risiken auf die reale Wirtschaft zu verhindern. Der Präsident der europäischen Zentralbank, Mario Draghi sowie sein amerikanischer Amtskollege deuteten eine Senkung des Leitzinses in diesem Jahr an.

Vor allem waren die Goldminen sowie der Goldkurs, die als Sicherer-Hafen Investments gelten, die größten Profiteure von den vorgenannten politischen Krisen. Das gelbe Edelmetall, das keine Zinsen zahlt, profitierte ebenso kräftig von der weltweit gelockerten Geldpolitik. Infolgedessen trieben diese Stützfaktoren den Goldkurs auf den höchsten Stand seit 2013. Wir schätzen das Verhältnis zwischen Goldminen und Goldkurs als mäßig ein und gehen davon aus, dass die Goldminen in den nächsten zwei Quartalen noch viel Luft nach oben haben.   

Der südafrikanischeAktienmarkt setzte sein Aufwärtstrend im letzten Quartal fort und legte kräftig zu. Die nationalen Wahlen in dem südafrikanischen Land endeten ohne Überraschung als die regierende Partei Afrikanischer Nationalkongress die Wahlen mit einer absoluten Mehrheit für sich entschied. Jedoch mit weniger als 60% der Stimmen erzielte die wichtigste Partei Südafrikas ihr schlechtestes Ergebnis seit dem Ende der Apartheid-Ära. Dieser Wahlausgang stellt eine wahre Herausforderung für die südafrikanische Regierung dar, die starke Reformen einführen muss, um das rohstoffreiche Land wiederzubeleben.

Andererseits rutschte der nigerianischeAktienmarkt im letzten Quartal ins Minus. Der Ausgang der Präsidentenwahlen im letzten Februar und die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten begeisterten die internationalen Investoren nicht, die einen Kurswechsel in dem ölreichen Land forderten. Wir sind der Meinung, dass eine Erholung des Ölpreises in den nächsten Monaten den westafrikanischen Finanzmarkt unterstützen dürfte. Der kenianischeKapitalmarkt folgte dem Abwärtstrend der nigerianischen Börse und geriet ohne marktbewegende Nachrichten unter wesentlichen Druck.

Ausblick

Die guten Aussichten für die afrikanischen Investments bleiben intakt. Fortschritte bei der demokratischen Entwicklung, den wirtschaftlichen Reformen sowie sich erholende Öl- und Rohstoffpreise bilden eine gute Basis für eine positive Entwicklung. Daneben wird die verbreitete Nutzung von Internet eine digitale Transformation des Kontinents ermöglichen. Sicherlich werden internationale Investoren die hohen Wirtschaftswachstumsraten sowie die junge, wachsende Bevölkerung des schwarzen Kontinents in Betracht ziehen.