NE-Aktuelles NESTOR-Europa

NESTOR Europa - Quartalsbericht 4/2019

NESTOR Europa braucht keine Bilderbuch-Konjunktur - Starker Endspurt bringt den Fonds auf +37,45% Jahresperformance

Mit einem Anstieg von +12,74%  (V-Anteilsklasse)  legte der NESTOR Europa Fonds im 4. Quartal erheblich zu. Die Gesamtperformance liegt 2019 mit +37,45% deutlich über dem Vergleichsindex MSCI Europe (+22,84%). Die Volatilität (1 Jahr) lag dagegen mit 10,68 unter der Kennzahl des Vergleichsindexes (11,89).

Nachdem wir noch im 3. Quartal von einer Verschnaufpause berichteten, starteten zahlreiche Titel im Abschlussquartal kräftig durch. Kering, Moncler, Amplifon, Amadeus Fire, Cewe, Jumbo, Mutuionline und auch die Neuerwerbung Vidrala erreichten neue Allzeithochs.

Damit erzielte der NESTOR Europa Fonds 2019 ein außergewöhnlich gutes Ergebnis. Die im Herbst 2018 aufgebaute Liquidität wurde Anfang des Jahres wieder vollumfänglich investiert, nachdem sich die Zinssituation komplett gedreht hatte und sich auch die Konjunktursituation weniger dramatisch darstellte. Als vorteilhaft erwies sich unser großes Universum an europäischen Unternehmen, mit denen wir das  Portfolio in bestimmten Situationen ergänzen. So brachten „ausgebombte“ Zykliker wie Dürr oder Biesse erfreuliche Performancebeiträge.

Auch die in der Ausverkaufssituation des Vorjahres  geduldig aufgebaute Position in dem weltweit führenden Hörgeräteakustiker Amplifon, erwies sich als Volltreffer. Ohnehin erfüllten unsere „Value-Builder“ 2019 die Erwartungshaltung, auch in einem durchwachsenen Konjunkturumfeld hervorragende Ergebnisse erzielen zu können.

Bauzulieferer und Lifestyle trotzen Konjunktursorgen

Auch die Bauzulieferer Steico, Balco, Nordic Waterproof, Sto und H+H International entwickelten sich operativ sehr positiv, lediglich Rockwool blieb 2019 hinter den Erwartungen zurück. Im Lifestylesektor überzeugten Adidas, Kering, Fenix Outdoor und Moncler. In diesem Sektor enttäuschte die Kursentwicklung von New Wave. Da uns die wirtschaftliche Situation aber überzeugt und auch die Bewertung noch Spielraum nach oben verspricht, genießen die Schweden weiterhin unser vollstes Vertrauen. Diese beiden genannten Sektoren hatten wir 2019 als besonders konjunkturresistent eingestuft.
Veräußert wurde Tinexta aus Italien, da wir überraschend einige Schwachpunkte im operativen Bereich ausgemacht hatten. Das Engagement war allerdings sehr erfolgreich und hatte sich nahezu verdoppelt. Der französische Hersteller von Sicherheitsbekleidung, Delta Plus, wurde im Herbst mit einer Anfangsposition neu in den NESTOR Europa Fonds aufgenommen.
Deutlich ausgebaut wurde zudem die Position in der Ökoworld AG (siehe unten).

Deutschland-Anteil sinkt auf Tiefststand

Der Deutschland-Anteil im NESTOR Europa fiel 2019 mit 25,01% auf den niedrigsten Stand seit Übernahme des Fondsmandats im Juli 2005. Zum einen haben wir unser Universum in den letzten Jahren systematisch ausgebaut, insbesondere in der Lombardei und in Skandinavien, zum anderen finden wir leider in Deutschland nicht mehr so viele attraktive Kandidaten mit überdurchschnittlichem Chance-/Risikoprofil, wie in der Vergangenheit. Erste kleine Positionen in Polen (Ambra) und in Russland (Novatek, Sberbank) entwickelten sich erfreulich.

Der Ökoworld AG lacht die regulatorische Sonne ins Gesicht

Wenngleich wir kein Anhänger des derzeitigen Ökosozialismus sind, halten wir eine nachhaltig ausgerichtete Anlagephilosophie durchaus für sinnvoll. Ein Pionier in dieser Hinsicht ist die Ökoworld AG aus Hilden, die sich bereits seit Jahren ausschließlich diesem Thema verschrieben hat. Dabei ist es dem Unternehmen gelungen, gleich mehrere Produkte zu lancieren, die inzwischen sowohl über eine gute Performance, als auch über tragfähige Volumina verfügen. Neben dem „Ökoworld Ökovision Classic“ (Fondsvolumen ca. 1,218 Mrd. €), der 2019 enorm an Fondsvolumen zulegte, dürften auch der „Ökoworld Rock’n Roll“ (120 Mio. €), der „Ökoworld Klima“ (150 Mio. €)  und der  „Ökoworld Growing Markets 2.0“ (131 Mio. €) über hervorragende Vertriebschancen verfügen. Zudem gelingt es der Gesellschaft immer wieder, leistungsstarke Vertriebspartner zu gewinnen. Da wir bei der Ökoworld AG viele Parameter identifiziert haben, die wir bei unseren „Value-Buildern“ vorrausetzen, haben wir die Positionen im 4. Quartal während einer Kursschwäche kräftig ausgebaut. Zu beachten ist dabei auch, dass die regulatorische Unterstützung in Sachen Nachhaltigkeit erst im Laufe der nächsten Jahre zur vollen Entfaltung kommen dürfte. Wenngleich die Berichterstattung der Gesellschaft oft aufgrund von Sonderfaktoren sorgfältig zu analysieren ist, kann man dem Unternehmen eine grundsätzlich aktionärsfreundliche Ausrichtung attestieren. Hierfür spricht die  gute Ausschüttungspolitik und die sinnvolle Eigenkapitalbewirtschaftung aufgrund von Aktienrückkäufen. Wir trauen der Gesellschaft in den nächsten Jahren eine Fortsetzung des derzeitigen Erfolgskurses zu. Dabei sollte die Vereinnahmung von erfolgsabhängigen Gebühren in guten Jahren (so auch 2019) für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Ausblick

Lev nu, dö sen – Lebe jetzt, stirb später

„Lev nu, dö sen“ (lebe jetzt, stirb später) heißt es in einem aktuellen schwedischen Popsong. Die riskante und rücksichtslose Geldpolitik der EZB, auf dem Rücken des „Kleinen Mannes“, könnte man kaum besser beschreiben. Diese lässt dem Kapitalanleger wenig Optionen, der schleichenden Kaufkraftenteignung zu entgehen. Investitionen in überragende Geschäftsmodelle sind eine davon.

Da wir am Aktienmarkt weiterhin derartige Unternehmen zu attraktiven Preisen finden, bleiben wir voll investiert und erwarten aus heutiger Sicht im ersten Quartal wenig Veränderungen im Portfolio. Zuflüsse werden derzeit unverzüglich investiert, bevorzugt in Phasen politischer Spannungen.

Aufgrund der generellen Ausgangslage (niedrige Zinsen, stabile Konjunktur) könnten die Risikoprämien tendenziell weiter fallen und die Aktienmärkte antreiben. Da noch viel Geld an der Seitenlinie geparkt ist, halten wir weiter steigende Kurse im ersten Quartal auch aus diesem Blickwinkel für plausibel.